Gegen die Psycho"somatik"

Der menschliche Körper ist keine "Projektion" und kein "Modell"

19.3.2026 | Autor: Waldmeer


Die sich zu ME/CFS einlassende Psycho"somatik" hat keinen Begriff des menschlichen Körpers. Der Körper ist in diesem Paradigma eine bloße Projektion der Psyche. Ist die Psyche "funktional" eingestellt, ist das "Körpermodell" "gesund". Ist die Psyche "dysfunktional" eingestellt, ist das "Körpermodell" "krank".

 

Es ist keine Überraschung, dass diese körperfeindliche Psycho"somatik" nun den Schulterschluss mit einem spekulativen "Neurokonstruktivismus" sucht, der das Gehirn nicht als vermittelnden Teil eines lebendigen Organismus begreift, sondern als eine Art Computer, der permanent "Modelle" produziert.

 

Die Gemeinsamkeit dieser sich verbindenden Ansätze liegt in einer reduktionistischen Anthropologie, die den Körper zum Epiphänomen eines in Psyche oder Gehirn verorteten "Kerns" erklärt. Menschliche Physis in ihrer Ganzheit wird zum Anhängsel, das durch "Mindset" und Technik beliebig manipulierbar sei.

 

Wir brauchen – nicht nur bei ME/CFS – eine humanistisch-wissenschaftliche Alternative zu diesen Entkörperlichungen und Virtualisierungen. Der Mensch ist ein körperlich-räumliches Wesen. Sein "Leib" ist keine "Projektion" und kein "Modell". Er ist eine konstitutive Realität des menschlichen Seins.



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